Dienstag, 3. März 2009

U 2: No Line On The Horizon


Wir haben nicht ganz so lange warten müssen wie auf "Chinese Democracy". Aber seit "How To Dismantle An Atomic Bomb" sind doch mehr als vier Jahre vergangen. Die Vier aus Dublin haben nun gestern europaweit ihr neues Werk vorgelegt. Bleibt alles anders.

Die vorab releaste Single "Get On Your Boots" wirkte irgendwie verstörend skurril, man ahnte Schlimmes aus Dublin von der Band, die mit "The Joshua Tree" eines der besten Rockalben der Musikgeschichte in die Welt geschleudert hatte.

Aber die ersten beiden Nummern "No Line On The Horizon" und "Magnificent" versöhnen und beruhigen zugleich. U2 is back. Coldplay kann sich wieder in kleinere Hallen verziehen, die Stadien gehören fortan wieder Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen jr.

Den Begriff "arenarock" hat man wahrscheinlich im Zusammenhang mit U2 erfunden. Bei "Magnificent" sieht man Bono schon im Geiste mit gewohnt dunkler Sonnenbrille über lange Laufstege hetzen, irgendwo in Los Angeles, Gelsenkirchen oder (hoffentlich) Stockholm.

Lange hiess es, dass Rick Rubin die neue Silberscheibe produzieren sollte, 2006 wurden die ersten Songs eingespielt, aber dann kehrte die Band doch vergangenes Jahr zu den Vertrauten zurück. Brian Eno und Daniel Lanois.

Der politische Touch und programmatische Titel ist weg, am nächsten kommen die Dubliners ihrem gesellschaftlichen Anspruch mit "Stand Up Comedy", auf dem The Edge mal wieder so richtig lostoben darf.

Von einer Band, die zu Recht seit mehr als zwei, ja fast drei Jahrzehnten zu den internationalen Top Acts gehört, erwartet man bei einem neuen Wurf nach längerem Schweigen gleich wieder ein epochales Album. Dass das und wie das in die Hose gehen kann, zeigten die Gallagher-Brüder unlängst mit der neuen Scheibe der überschätztesten Band der Welt - Oasis.

Aber U 2 ist ein anderes Kaliber. Die Band ging nach Marokko (!) und nahm dort einen Teil des neuen Albums auf, zwei Songs ("FEZ - Being Born" und "Cedars Of Lebanon" [klassenummer]) zeugen von dieser levantinischen Beziehung.

Fast zum Schluss trommelt uns Larry Mullen noch mal in Stimmung. "Breathe" gibt uns abermals das, was wir schon kennen und hören wollen. Nicht viel Neues und Unerwartetes, aber auch nichts weniger als eine aussergewöhnliche Band präsentiert sich hier auf ihrem 12. Studioalbum. Ich kann mir kaum vorstellen, dass am Ende des Jahres nicht "No Line On The Horizon" in den meisten Bestenlisten des Jahres auftauchen wird.

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