John Mellencamp: Life, Death, Love And Freedom
Irgendein freier Mitarbeiter der Rheinischen Post schrieb mal eine Konzertkritik zu John Mellencamps letztem (?) Auftritt in Mitteleuropa in den achtziger Jahren, dass Mellencamp wenigstens Abteilungsleiter in einem Unternehmen sein müsse, in dem der Boss Springsteen heisst. Das war ziemlich dämlich formuliert, aber ich habs nicht vergessen und vielleicht stimmt das auch.
Mit Hits wie "Jack & Diane", "Pink Houses", "Cherry Bomb" fand er ein Publikum auch in Europa mit seiner uramerikanischen Musik, die tief verwurzelt ist in der Tradition von Folk, Country und Rock.
Mit nun 57 Jahren legte Mellencamp in diesem Jahr mit "Life, Death, Love & Freedom" fast schon sowas wie ein Altersmeisterwerk vor. 14 mehr oder mindere düstere Songs von durchgehend grosser Klasse, manchmal rockig, aber meist ruhig und sehr folkig beschreibt er den Zustand seines Landes vor der Abwahl George W Bushs.
Beschäftigt sich mit seiner eigenen und unser aller Vergänglichkeit ("If I Die Sudden") und attestiert seiner amerikanischen Heimat das Etikett "Troubled Land".
Beim zweiten und dritten und mehrmaligen Hören wächst diese Scheibe zu gigantischer Grösse. Und weckt den alten Wunsch, der Abteilungsleiter aus Bloomington, Indiana, möge endlich, endlich mal wieder an seine europäischen Fans denken und hierhin kommen. Flugangst kann er kaum haben, da die letzten Konzerte 2008 in Australien und Neuseeland gespielt wurden.
Ein absolutes Muss ist dieses Album!
"Troubled Land" live aus der Late Night Show von Mr David Letterman: