Mittwoch, 31. Dezember 2008

Die 20 CDs des Jahres 2008 - John Mellencamp


John Mellencamp: Life, Death, Love And Freedom

Irgendein freier Mitarbeiter der Rheinischen Post schrieb mal eine Konzertkritik zu John Mellencamps letztem (?) Auftritt in Mitteleuropa in den achtziger Jahren, dass Mellencamp wenigstens Abteilungsleiter in einem Unternehmen sein müsse, in dem der Boss Springsteen heisst. Das war ziemlich dämlich formuliert, aber ich habs nicht vergessen und vielleicht stimmt das auch.

Mit Hits wie "Jack & Diane", "Pink Houses", "Cherry Bomb" fand er ein Publikum auch in Europa mit seiner uramerikanischen Musik, die tief verwurzelt ist in der Tradition von Folk, Country und Rock.

Mit nun 57 Jahren legte Mellencamp in diesem Jahr mit "Life, Death, Love & Freedom" fast schon sowas wie ein Altersmeisterwerk vor. 14 mehr oder mindere düstere Songs von durchgehend grosser Klasse, manchmal rockig, aber meist ruhig und sehr folkig beschreibt er den Zustand seines Landes vor der Abwahl George W Bushs.

Beschäftigt sich mit seiner eigenen und unser aller Vergänglichkeit ("If I Die Sudden") und attestiert seiner amerikanischen Heimat das Etikett "Troubled Land".

Beim zweiten und dritten und mehrmaligen Hören wächst diese Scheibe zu gigantischer Grösse. Und weckt den alten Wunsch, der Abteilungsleiter aus Bloomington, Indiana, möge endlich, endlich mal wieder an seine europäischen Fans denken und hierhin kommen. Flugangst kann er kaum haben, da die letzten Konzerte 2008 in Australien und Neuseeland gespielt wurden.

Ein absolutes Muss ist dieses Album!

"Troubled Land" live aus der Late Night Show von Mr David Letterman:

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Guillemots


Guillemots: Red

Bis vor wenigen Minuten fragte ich mich, wie man wohl den Namen der Band aus Birmingham ausspricht. Nicht verzagen - Wikipedia fragen. Deren Gründer, Jimmy Wales, fordert alldieweil alle Freunde dieser Gigaenzyklopädie auf, einen Obulus zu entrichten, um Wikipedia am Leben und unabhängig zu erhalten. Also spenden!

Bloss nicht Französisch heisst es, sondern eben Englisch: "gillimots".

Das zweite Album der Band um Frontmann Fyfe Dangerfield (kann ein Rockstar einen besseren Namen haben?) erschien im März und erreicht immerhin Position 9 der einheimischen Charts.

Und ist eine Mischung aus grandiosem Pop und heissen Rocknummern. Drummer Greig Stewart liefert die nötige Power dazu. Und die Kanadierin Aristazabel (!) Hawkes spielt Doppelbass. Der Vorname ist baskisch, Hawkes hat aber keine verwandtschaftlichen Beziehungen dahin.

Auf "Red" gibt es kaum eine schwächere Nummer und viel Abwechslung. Die "Fishbone For A Drink"-Tour ist Anfang Dezember zu Ende gegangen und führte das Quartett durch die Heimat. Zeit für ein paar Gigs im Norden...

Get over it...

Dienstag, 30. Dezember 2008

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Ida Maria


Ida Maria: Fortress Round My Heart

Und noch ein Debüt, das Spass machte im Jahr 2008. Nicht die Schwedin Lykke Li schaffte es in meine Auswahl, dafür die 24-Jährige Norwegerin Ida Maria. Mit Nachnamen heisst sie Sivertsen und ihr erstes Album "Fortress Round My Heart" ist rockig, dass es stellenweise fetzt. Und nachdem sie in ihrer Heimat natürlich in die Charts kam, schaffte sie es immerhin auch schon, im Sommer beim wohl berühmtesten Festival, in Glastonbury, aufzutreten. "I Like You So Much Better When You're Naked" ist eine der herrlichen Rocknummern des Albums, mein Favorit aber das langsame "Keep Me Warm", nicht nur für kalte Winternächte geeignet.

Das Video hierzu von einem Auftritt in Leeds und der Song wurde auch schon in der amerikanischen Serie "Grey's Anatomy" gespielt.

Montag, 29. Dezember 2008

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Black Kids



Black Kids: Partie Traumatic

Und weiter gehts mit Familienmusik. Bei den aus Florida stammenden Black Kids sind es Reggie und Ali Youngblood, die sich mit ihren drei Kollegen Owen Holmes, Kevin Snow und Dawn Watley zu den Black Kids formieren.

Die Stimme von Reggie wird von nahezu allen Kritikern mit Cure-Leadsänger Robert Smith verglichen. Die Musik der Kiddies aus dem Süden der USA aber ist poppig, ohrwurmig und sehr viel 80er Jahre.

In Deutschland weitgehend verrissen, in Grossbritannien von Kritikern gelobt. Und auch hier aufgenommen in meine 20 Favoriten des Jahres 2008, weil die Black Kids mit Songs wie "I'm Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You" zwar keine poetischen Meisterwerke abliefern, dafür aber sehr eingänige und tanzbare Melodien, für die man sich eben nicht schämen muss.

Hier sind sie mit der zweiten Single ihrer traumatischen Partie: Hurricane Jane.

Sonntag, 28. Dezember 2008

Die 20 CDs des Jahres 2008 - The Felice Brothers


The Felice Brothers: The Felice Brothers

Familienmusik war und ist in. Man siehts an den Kings of Leon, den Corrs und - den Felice Brothers.

Die lancierten im März diesen Jahres ihr Debüt auf einem grösseren Label und das Quintett aus dem Staate New York hat wirklich eine Sammlung von 15 tollen Songs veröffentlicht, die ihnen hier einen Platz unter meinen 20 Favoriten des Jahres geben.

Sie begannen in den U-Bahnstationen New Yorks, inzwischen touren sie durch die ganzen USA. Und Ian Felice klingt oft wie ein jüngerer Bruder Bob Dylans.

Samstag, 27. Dezember 2008

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Duffy


Duffy: Rockferry

Hier musste ich zwischen Adele und Duffy wählen, aber die Wahl fiel beim nochmaligen Hören beider Scheiben iemlich leicht. Duffy ist einfach souliger und auch fetziger. Lasst Amy Winehouse weitersaufen, "Rockferry" ist ein Superalbum der Blondine aus Wales, das auf mehr hoffen lässt. Einfach nur "Syrup And Honey"...

Die 20 CDs des Jahres 2008 - My Morning Jacket



My Morning Jacket: Evil Urges


Anfang November war ich mit ihnen verabredet, hatte ein Ticket für den Gig in Stockholm der Band aus Kentucky, die immer wieder mal fast beiläufig "beste Live-Band" der Welt genannt wird. Leider fiel das Konzert dann aus. "Evil Urges" ist eher ein ruhiges Album, aber der Titelsong und ein paar andere lassen ahnen, wie geil es sein muss, die ausschweifenden Gitarrensoli der Jungs um Jim James live zu sehen und zu hören. "Evil Urges" ist eine der 20 besten Silberlinge des Jahres. Im Video "I'm Amazed".

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Elbow



Elbow: The Seldom-Seen Kid


Schon etwas unbekannter als die Kings of Leon oder The Killers dürften die Britrocker von Elbow sein, denen mit "The Seldom Seen Kid" ein brillanter Wurf gelungen ist. Sie kommen aus Manchester, werden regelmässig von den Kritikern hochgelobt und haben Fans, die R.E.M. oder U2 heissen, was ihnen leider bei der breiteren Masse nur wenig genutzt hat. "The Seldom Seen Kid" enthält so viele tolle Songs, das es jetzt an der Zeit wäre...

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Fleet Foxes



Fleet Foxes: Fleet Foxes


In ALLEN Bestenlisten des Jahres taucht dieses Debüt auf. Auch in meiner darf es nicht fehlen, denn selten hat man so geilen Harmoniegesang und so souveräne Beherrschung der musikalischen Tradition gehört mit der Fähigkeit, auch Neues zu schaffen. Folkiger gehts kaum. Crosby, Stills, Nash & Young könnten diese Platte zu ihren besten zählen, wenn sie von ihnen wäre. Sie ist von einer Band aus Seattle, die den Billboard-Kritiker-Preis 2008 eingeheimst hat: Fleet Foxes.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Kings Of Leon


Kings Of Leon: Only By The Night

Die britische Musikzeitschrift "Q" hat Familie Followill auf dem aktuellen Cover und titelt "Breakthrough". Für meine Freunde von der Insel ist das vierte Album der Amerikaner das Beste des Jahres 2008. Und tatsächlich finden sich hier eine ganze Reihe erstklassiger Nummern zwischen Southern Rock und Blues und Rock. Live sollen die drei Brüder und ihr Cousin allemal klasse sein, leider kommen sie im Februar nur nach Deutschland und nicht nach Schweden. "Sex On Fire" ist eine der besten Nummern des Jahres.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - The Killers


The Killers: Day And Age

Irgendwie mochte ich den Mormonen Brandon Flowers von Anfang an. "When We Were Young" von "Sam's Town" war meine erste Begegnung mit der Band aus Las Vegas / Nevada. Mit "Day And Age" soll wohl endgültig der Weg in die grossen Stadien zu den grossen Rocjfestivals gefunden werden. Arena-Rock nennen das die Briten und es gibt tatsächlich ein paar sehr gelungene Stücke au dem aktuellen Album von "The Killers".

Die 20 CDs des Jahres 2008 - The Gaslight Anthem


The Gaslight Anthem: The '59 Sound

Wie einst der Boss Bruce Springsteen, so kommen auch Gaslight Anthem aus New Jersey, man junkelt gar, dass eines der Springsteen-Kinder dem Pappa die CD der Jungs auf den Schreibtisch gelegt haben soll, worauf Bruce mal eben zum Telefonhörer gegriffen haben soll. Diese Geschichte macht "The '59 Sound" noch nicht zu einem wichtigen Album, es ist der rohe, kompromisslose punkige Sound des Albums und die Texte, die an den Giganten aus Jersey erinnern. Ein vielversprechendes Debüt.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - The Fratellis


The Fratellis: Here We Stand

Kaum eine Schrammel-Feelgood-Scheibe hat mir dieses Jahr so lange so viel Spass gemacht wie dieses Album der Glasgower. Punkig und rotzig frech kommen die drei Jungs mit dem Künstlernamen Fratelli daher und liefern auf dieser Scheibe einen Hit nach dem andern. "Babydoll", "Jesus Stole My Baby" und "Acid Jazz Singer" sind im besten Sinne partytauglich. Glasgow ist vielleicht die Rockhauptstadt Europas, zumindest in diesem Jahr. Schlechter Sound, aber irgendwie geil, das Video.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - British Sea Power



British Sea Power: Do You Like Rock Music?


Im Januar 2008 veröffentlichten die Briten ihr drittes Album und fanden damit Eingang in meine Gehörkanäle. Besonders "Down On The Ground" hatte es mir angetan, aber das Stück reiht sich in einen Reigen hörenswerter Indierock-Nummern ein, die von nicht weniger als drei Produzenten massgeblich geprägt worden sind, darunter Howard Bilerman, der unter anderem auch mit Arcade Fire gearbeitet hat.



Die 20 CDs des Jahres 2008 - Jenny Lewis


Hier werden die 20 besten CDs des Jahres 2008 vorgestellt. First out:

Jenny Lewis: Acid Tongue

Die 32-Jährige Amerikanerin gibt nicht nur bei der L.A.-basierten Indieband Rilo Kiley den Ton an, auf ihrem zweiten Soloalbum zeigt die kluge, talentierte und schöne Jenny Lewis, das sie alle Register moderner amerikanischer Musik beherrscht. Das folkige Titelstück "Acid Tongue" spielte sie in Stockholm mitten im Publikum. Bei "See Fernando" geht die Post ab und dazwischen gibts was für jeden guten Geschmack. Das Video ist "live", das Bild zittert etwas, aber der Sound ist fanatastisch.