Samstag, 10. Januar 2009

Nicht in den Top 20

Die Musikliste ist abgeschlossen. Nicht in den Top 20 tauchen ein paar Bands auf, die in anderen Bestenlisten gar vordere Plätze belegt haben. Coldplay etwa. Radiohead, obwohl man sich da streiten kann, ob das Album 07 (komplett im Netz) oder 08 (auf Scheibe)erschienen ist.

Einige sind knapp gescheitert. Deshalb hier noch ein paar Alben, die richtig gut waren:

Hercules & Love Affair "Hercules & Love Affair"
Neil Diamond "Home Before Dark"
The Duke Spirit "Neptune"
Goldfrapp "Seventh Tree"
The Hold Steady "Stay Positive"
The Young Knives "Superabundance"
Matt Costa "Unfamiliar Faces"
Razorlight "Slipway Fires"

Freitag, 2. Januar 2009

Die 20 CDs des Jahres 2008 - The Zutons


The Zutons: You Can Do Anything

Und da waren es 20. Die Liste der Alben des Jahres damit komplett. Vier aus Liverpool, last but not least. Nein, von denen sind ja leider nur noch zwei am Leben, gemeint sind die Zutons.

Jongleure zwischen den unterschiedlichsten Genres zwischen Pop und Rock. Anfangs mit The Coral verglichen, die auch aus der Gegend stammen (und letztes Jahr mit "Roots & Echoes" in meinen Top 20 waren...), schafften sie sich allmählich ein eigenes Publikum und als man dann Sean Paynes Freundin Abi Harding zum festen Bandmitglied machte, hatte man eine Saxofonisten und quasi was eigenes.

"Dirty Rat" erinnert an die FabFour in ihrer späten Phase, auf "Family Of Leeches" wird ordentlich gerockt, bei "Always Right Behing You" hüpfen die Fans, ein erfrischendes Album der Zutons, deren Name übrigens der Spitzname vom Gitarristen Bill Harkleroad der Magic Band (US) war.

"Dirty Rat" live @ Thetford Forest im Juni 2008.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Okkervil River


Okkervil River: The Stand-Ins

Nach Arcade Fire vielleicht die zur Zeit beste Rockband. Was nicht unwesentlich an dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied Will Sheff liegt. Oder besser wesentlich.

Es gibt kaum einen begabteren Songwriter zwischen Alaska und Neuseeland als Sheff. Mit The Stand Ins legen die fünf aus Texas ihr fünftes Album auf den Ladentisch. Jedes Album ist ein Projekt, ein konzeptionelles Kunstwerk. Und jedes Mal was Neues. Vor der Veröffentlichung der neuen Scheibe liessen Okkervil River ALLE Songs des neuen Albums von befreundeten Musikern in Coverversionen filmen und stellten die Videos in ihren YouTube-Channel ein. So wurden die Interpreten zu "Stand-Ins" für die Band.

Der man ein weit grösseres Publikum wünschen mag, die Texte sind lyrisch und bisweilen Prosa, oft düster, aber immer aus dem Leben. Die musikalischen Arrangements sind feinmechanisch erstellt und auf den Bühnen der Welt rockt die Band aus dem Heimatstaat der Bush-Sippe ordentlich ab.

Hören, kaufen und hingehen, wenn sie in der Nähe sind, es gibt KAUM was Besseres.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Keane


Keane: Perfect Symmetry

Ich weiss, ich weiss. Die Kritiker sind gespalten, was die Jungs aus Battle (East Sussex) angeht. Man hat sie Adepten von Radiohead und/oder Coldplay genannt, die gitarrenlosen Popper von der Insel.

Zu Unrecht. Chris Martin, Frontfigur von Coldplay, soll indes versucht haben Tim Rice-Oxley, den Keyboarder und musikalischen Kopf von Keane vor etlichen Jahren zu Coldplay zu holen. Rice-Oxley sagte No und gründete stattdessen seine eigene Band mit den beiden Schulfreunden Richard Hughes und Tom Chaplin.

"Perfect Symmetry"
ist das dritte Album nach "Hopes And Fears" (2004) und "Under The Iron Sea" (2006) und Keanes Stimme Tom Chaplin ist wieder drogenfrei. Und seine Stimme ist so ziemlich einzigartig in der gegenwärtigen Popmusik. Manchmal erinnert er an Freddy Mercury und auch wenn seine Bühnenpräsenz durchaus verbesserungsfähig ist, wird man bisweilen neidisch: Wow, was kann dieser Typ singen.

Das neue Album enthält wiederum einige erstklassige Nummern, mit "Spiralling" definitiv einen der Songs des Jahres und da unter den elf Liedern des Albums mit u.a. "Lovers Are Losing" und "Black Burning Heart" einfach stärkere Stücke sind als auf dem ebenfalls dieses Jahr erschienenen Album von Coldplay, ist Keane und nicht Coldplay in der Auswahl.

Beim Konzert in der Halle Annexet, einem Anbau des golfballählichen Globen, war der
Saal nur halb voll, was vor allem an der schlechten Promotion des lokalen Veranstalters lag. Coldplay füllte zweimal die Hauptarena, dabei sind die Adepten dabei, vorbeizuziehen, zumindest musikalisch.

"Spiralling" live in Stockholm am 01. November 2008.

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Paul Weller


Paul Weller: 22 Dreams


Da warens nur noch vier. Oder besser drei. Die Reihenfolge der Top 20 des Jahres 2008 wird erst am Ende festgelegt. Aber die Startnummer 17 gehört sozusagen Paul Weller. Paul who?

Nach John Mellencamp möglicherweise der älteste Musiker unter ansonsten sehr vielen Nachwuchskräften. Weller wurde 1958 in England geboren und ist denjenigen ein Begriff, die noch "The Jam" kennen, eine Band die 1983 den Uraltrekord der Beatles brach, die mal sieben Singles in den Top 100 in Grossbritannien hatten. The Jam doppelten und platzierten 14 (!) Singles in den Charts - gleichzeitig. In seiner Heimat hat er bisweilen auch den Beinamen "the godfather of pop".

"22 Dreams" ist ein Doppelalbum eines Musikers, der mit den 21 Songs sein einzigartiges Talent als Songwriter unter Beweis stellt. Manchmal stark reduziert auf akustische Gitarren und Rhythmus wie bei "Light Nights" und dann wieder psychedelisch poppig wie bei der Singleauskopplung "Echoes Round The Sun". Grosse Klasse!

Donnerstag, 1. Januar 2009

Die 20 CDs des Jahres 2008 - Glasvegas


Glasvegas: Glasvegas

Was ist eigentlich eine "alternative" Rockband? So nennt die deutsche Wikipedia die Jungs aus na? Glasgow, der wohl unumstrittenen Rockhauptstadt Europas. Ätsch, London. Aus Glasgow kamen dieses Jahr auch die Fratellis in diese Auswahl und auch Fräulein MacDonald kann sich sehen und vor allem hören lassen.

Mit ihren mastodonten Arena-Rocklängen, die aber ebensogut in kleinen, verschwitzten, rauchreien, nur noch nach Bier und Schweiss riechenden Rockclubs funktionieren dürften, nahm die Band um Sänger James Allan ALLE Kritiker gefangen und zwang sie zu Lobeshymnen, die beinahe die Zukunft des Rock'n'Roll ankündigten, dabei wird der doch bekanntlich sowieso niemals sterben.

Und da Hausmusik dieses Jahr so in ist, so handelt es sich beim Ex-Fussballprofi James Allan und Gitarrist Rab Allan um Cousins.

Obwohl es die Band schon fünf Jahre gibt und sie ziemlich ausgiebig durch Schottland getourt sind in dieser Zeit, erschien das Debütalbum erst im September 2008.

Mit Nummern wie "Geraldine" und "Flower's And Football Tops" erspielen sie sich einen Platz in meinen Top 20 des (vergangenen) Jahres.

GERALDINE live in Leeds: